Termine  

Fledermausführungen

Freitag 23.09.2016 19:30 Uhr
Samstag 24.09.2016 19:30 Uhr
Montag 03.10.2016 18:30 Uhr
Don. 06.10.2016 18:30 Uhr
Freitag 14.10.2016 18:30 Uhr
Samstag 15.10.2016 18:30 Uhr
Freitag 21.10.2016 18:30 Uhr
Samstag 22.10.2016 18:30 Uhr
Freitag 28.10.2016 18:00 Uhr
Samstag 29.10.2016 18:00 Uhr

Anmeldung unter

030/36750061
oder Mail: info@bat-ev.de erforderlich!
Plätze begrenzt!
Teilnahme nur nach Bestätigung!

 

 Floßfahrten

Floßfahrten z.Zt. nur bei Großveranstaltungen und für kleine Gruppen

   

Über Uns  

   

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Derzeit haben die Mitglieder von Bat e.V. wieder ein gewisses Schlafdefizit. Der beginnende Herbst ist eine gute Zeit, zu erforschen, welche Fledermäuse in bestimmten Lebensräumen unterwegs sind. Bei den Kontrollen der Wochenstuben im Sommer oder den Schlafplätzen im Winter werden die Tiere eher stationär in ihren Lebensräumen angetroffen.

Während des Herbstes findet der Fledermauszug statt. Hier ist die Chance groß, beringte Tiere bei ihren Wanderungen zu finden und die Zugwege zu erforschen. Es ist aber auch die Zeit des Schwärmens, der Paarung und der Erkundung von potentiellen Winterschlafplätzen.

Mitarbeiter von BAT beim Netzfang von FledermäusenIn dieser Zeit können die Fledermäuse in ihrer aktiven Phase mit speziellen Netzen gefangen werden. Vorrausetzung ist hierfür eine entsprechende Genehmigung der Naturschutzbehörde. Ohne Erlaubnis dürfen keine Fledermäuse gefangen werden.

In diesen Wochen zieht es uns an einen See in der Nähe von Rüdersdorf. Hier ist auf einem brachliegenden Gelände einer alten Ziegelei die Errichtung von Wohnhäusern geplant. Um bereits in der Planungsphase die Bedürfnisse der Fledermäuse zu berücksichtigen, möchten der Bauherr und die Genehmigungsbehörde wissen, welche Arten in diesem Lebensraum unterwegs sind und wie die Habitatnutzung ist.

Im dichten Unterholz finden wir die letzten Gebäudereste mit den Gewölben in denen Fledermäuse bisher ihr Quartier finden. Es ist so verwinkelt und schwer zugänglich, dass nur einige Exemplare des Großen Mausohrs und der Wasserfledermäuse zwischen den Steinen und in den engen Schächten zu finden sind. Wir wollen wissen, was hier noch unterwegs ist.

Vor Einsetzen der Dämmerung treffen wir uns vor Ort um unsere Netze aufzustellen. Lange Teleskopstangen werden mit Bodenankern aufgestellt, dazwischen werden große feinmaschige Netzte aufgezogen. Unser größtes Netz ist ein so genanntes Hochnetz und misst 8 x 8 Meter. In den Gewölben und an dichter bewachsenen Stellen werden kleinere Netze aufgespannt. Die dünnen Netze sind einem starken Verschleiß ausgesetzt, sie werden von den gefangenen Tieren schnell beschädigt. Stabilere Netze wären ungeeignet, sie wären von den Fledermäusen schneller zu bemerken und auch Verletzungen wären bei stabileren Netzen nicht auszuschließen.

In unserem Eine Fledermaus wird behutsam aus dem Netz befreitFanggebiet haben wir spannende Ergebnisse erzielt und konnten insgesamt elf verschiedene Arten feststellen:

Fang mit kleinem Netz im gewölbeKleiner und Großer Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Großes Mausohr, Mopsfledermaus, Zwerg- und Mückenfledermaus, Wasser-fledermaus, Fransenfledermaus, Rauhautfledermaus und Braunes Langohr.
Für die Beurteilung des Quartiers sind aufgrund ihres strengen Schutzstatus besonders das Große Mausohr und die Mopsfledermaus von Bedeutung. Am seltensten haben wir jedoch den Kleinen Abendsegler in der Hand. Interessant ist auch die Beobachtung, dass in den Gewölberäumen in denen sichtbar nur wenige Tiere in den Nischen sitzen ein Vielfaches mit dem Netz gefangen werden konnte. Hier wäre es also ein fataler Fehler, sich bei der Beurteilung der Bedeutung eines Quartiers lediglich auf die Tiere zu beschränken, die schnell mit dem bloßen Auge zu erkennen sind.
Einige der gefangenen Tiere sind alte Bekannte: Die Ringnummern sind teils mehrere Jahre alt, der Ort der Markierung teils mehr als Hundert Kilometer entfernt. Somit wird die weitere Auswertung sicher noch viele tolle Erkenntnisse bringen.

Fransenfledermaus an GewölbedeckeMancher Berliner merkt es durch ein besonders beeindruckendes Erlebnis: Der Zug der Fledermäuse in das Winterquartier hat begonnen. Manch ein Tier verfliegt sich dabei auch in ein geöffnetes Wohn- oder Schlafzimmerfenster und sorgt für Aufregung. Besonders spannend wird es, wenn gleich mehrere oder gar viele Tiere einfliegen. Dies kommt insbesondere dann vor, wenn ein Tier den Ausgang nicht findet und dann besonders aufgeregt nach seinen Artgenossen ruft.
In der Regel reicht es, wenn man mit etwas Geduld bei weit geöffnetem Fenster auf den Abflug wartet. Sollte das Tier länger bleiben, kann man mit einem dicken Handschuh zugreifen und das Tier vorsichtig raussetzen.
Bei Masseneinflügen können auch die Fledermausexperten aus Berlin helfen. Siehe dazu unseren Beitrag “Fledermaus gefunden“.

Mit dem Einflug der Fledermäuse in die Winterquartiere der Zitadelle beginnt natürlich auch hier wieder das jährlich wiederkehrende Schauspiel des Schwärmens in den geheimnisvollen Gewölben unserer beeindruckenden Festung.
In den Führungen wird spannend und unterhaltsam viel Wissenswertes zur Lebensweise unserer streng geschützten kleinen Säuger vermittelt.
Bitte dazu die aktuellen Führungstermine beachten. Eine Anmeldung mit Rückbestätigung ist unbedingt erforderlich. Eine eigene Taschenlampe und robuste Kleidung sind sehr zu empfehlen.

Besucher auf dem Kinder-Fledermausfest

Bei bestem Wetter und mit vielen gut gelaunten Besuchern konnten wir das Kinderfest auf der Zitadelle feiern. Gleich zu Beginn zeigte der große Andrang, dass die Fledermäuse immer noch viele Besucher anlocken. Das Interesse an unseren nützlichen und spannenden kleinen Säugern ist ungebrochen.
Neben vielen Informationen zu den Lebensbedürfnissen und Quartieren von Abendsegler Mausohr und Co konnten auch viele Tipps zum Schutz der streng geschützten Fledermäuse weiter verbreitet werden.
Das Programm wurde mit einer bunten Vielfalt mit vielen Spielmöglichkeiten abgerundet.
Hierbei war wieder die Durchführung der Fledermausolympiade ein großes Highlight.Kinderfest2b

 

Datenerfassung im WaldDie Untersuchungen der Fledermaus – Sommerquartiere sind abgeschlossen. Insbesondere im Juli wurden durch unsere ehrenamtlichen Helfer zahlreiche Fledermausunterkünfte kontrolliert. Hierbei insbesondere potentielle Wochenstubenquartiere in denen die Weibchen teils in großen Gruppen ihre Jungen aufziehen.

Martin Straube „Falsche Vampire & fliegende Hunde - Die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse“

Buch " Falsche Vampire - fliegende Hunde"Seit wenigen Wochen ist ein neues Buch von Martin Straube über Fledermäuse erhältlich. Wir haben es gelesen und empfehlen es gern weiter. In wesentlichen Punkten unterscheidet sich das Werk von herkömmlicher Fachliteratur. Es sind nicht die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, nicht die Sammlung von Fakten, nicht das fundierte Grundwissen über unsere faszinierenden nachtaktiven fliegenden Säugetiere. Nein, es sind auch nicht die zahlreichen hervorragenden Bilder, nicht die ausführlichen Beschreibungen oder detaillierten Darstellungen biologischer Abläufe.

Derartiges findet sich mittlerweile in vielen einschlägigen Buchveröffentlichungen. Das Werk von Martin Straube beinhaltet all das, was man schon immer über Fledermäuse wissen wollte und nur noch nicht gelesen hat. Es ist verständlich, es ist unterhaltsam und erfasst in einem weiten Bogen die gesamte Welt der Fledertiere in ihrer Entwicklung, in ihrer Verbreitung und ihren vielen Eigenschaften.

   
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